Umgang mit Konflikten – 10 goldene Regeln

März 21st, 2010

Egal ob es der Streit um den letzten Kaffee in der Kanne oder die Entscheidung über den Projektfortschritt ist – für die meisten von uns sind Konflikte immer mit Ärger verbunden. Dabei gehören sie wie das Salz in der Suppe. Denn sie sind notwendig, um Interessengegensätze sichtbar zu machen und für alle Seiten tragfähige Lösungen zu finden. Konflikte drohen schnell zu eskalieren.

Mit den folgenden zehn Regeln beugen Sie einer Eskalation vor:

Erkennen Sie den Konflikt. Konflikte erkennt man an den folgenden Signalen: Die Parteien sind voneinander abhängig und gezwungen miteinander zu kommunizieren Eine Partei macht die jeweils andere für die scheinbar unlösbare Situation verantwortlich. Die Beeinträchtigung der anderen Partei wird als Behinderung oder Blokade erlebt.

Rufen Sie sich die Entstehung des Konfliktes ins Gedächtnis. Was ist der Grund für den Konflikt? Welche Situation hat den Konflikt ausgelöst?

Suchen Sie nach anderen Perspektiven. Bevor Sie mit Ihrem Konfliktgegner reden, versetzen Sie sich in seine Lage. Viele Konflikte eskalieren, weil man den Anderen in die Schublade des “Bösen” steckt, während man sich selbst als “Guten” sieht. Überlegen Sie, wie Sie aus der Sicht des Gegenübers handeln würden.

Nehmen Sie Ihren Konfliktgegner ernst. Die Fronten verhärten sich, wenn man das Gefühl hat nicht ernst genommen zu werden. Machen Sie Ihrem Konfliktgegner deutlich, dass Sie ihn als Person respektieren.

Bleiben Sie höflich. Je mehr Emotionen den Konflikt bestimmen, umso schwerer wird es, eine Lösung zu finden. Denken Sie daran, dass eine einzige Beleidigung die Konfliktlösung zum Stillstand bringen kann.

Die Beiträge der Teilnehmer zeigen, dass fast alle sie für wichtig halten. Das Problem aber darin liegt, dass sie teuer ist und die Finanzmittel fehlen. Damit lässt sich die Diskussion auf die Frage konzentrieren, wie die Konferenz finanziert werden kann.

Seien Sie offen Um nicht verwundbar zu wirken zeigen sich viele in Konflikten desinteressiert an der Lösung. Dieser Schuss kann aber nach hinten losgehen. Schon bald können Sie sich in Widersprüche verwickeln, welche die Lösung noch schwerer machen.  

Bleiben Sie sachlich. Je größer der Konflikt, umso schneller rutschen die Konfliktparteien in das Persönliche ab und je mehr versuchen die Konfliktparteien Andere für sich zu gewinnen. So kann es leicht passieren, dass auch nicht betroffene Teammitglieder in den Konflikt hineingezogen werden.

Verringern Sie die Streitpunkte. Bleiben Sie bei Konflikten beim Thema und lassen Sie sich nicht zu Aussagen wie “Was ich schon immer sagen wollte…” verführen. Denn allzu leicht wird dann alles auf den Tisch gelegt, was uns an dem Anderen nicht passt. Statt das der Konflikt gelöst wird, kommen immer mehr Konfliktpunkte ins Spiel.

Suchen Sie Gemeinsamkeiten. Suche Sie nach Punkten, bei denen Sie mit Ihrem Gegenüber übereinstimmen. Das ist er erste Schritt zu eine Lösung. Dadurch gewinnt man gegenseitiges Vertrauen und baut die Hürden für eine Konfliktlösung ab.

Nehmen Sie Hilfe an. Wenn Sie merken, dass die Situation verfahren ist und Sie aus eigener Kraft keine Lösung finden, dann schalten Sie einen Schiedsrichter ein oder lassen sich von Kollegen oder Vorgesetzten bei der Lösung helfen. In einigen Fällen kann es auch nützlich sein einen Moderator oder professionellen Mediator hinzuzuziehen.

Buchtipps:


Tomas Bohinc
Telefonkonferenzen erfolgreich führen: Vorbereitung – Durchführung – Nachbereitung.
144 Seiten
Kartoniert
Sprache: Deutsch
EUR D 14,90 /
ISBN-10: 3709304784
Zum Buch

Tomas Bohinc
Soft Skills –
der Schlüssel zum Erfolg in der Fachkarriere. Die besten Methoden und Tools für Praktiker. Sofort einsetzbar im Projekt und Arbeitsalltag.
ca. 250 Seiten
Kartoniert
Sprache: Deutsch
EUR D 19,80 /
ISBN: 978-3-8006-3618-1
Zum Buch

Tomas Bohinc
Karriere machen ohne Chef zu sein –
Praxisratgeber für eine erfolgreiche Fachkarriere
ca. 192 Seiten,
15 X 21,5
Hardcover mattkaschiert
ISBN 3-636-01305-X
ca. EUR D 19,90 / sFR 33,90 /
ISBN 10: 3897498073
ISBN 13: 978-3897498075

Im Buch blättern

Drei Wörter fangen die Stimmung ein

März 7th, 2010

Ob Sie in einem Präsenzmeeting sind oder an einer Telefonkonferenz teilnehmen, die folgende Situation kommt immer wieder vor. Die Gruppe diskutiert eine Fragestellung oder ein Problem und alle verlieren mehr und mehr den Überblick, was der Stand der Diskussion ist. Hier ist der Moderator gefragt. Aber was kann er tun, damit alle einen Überblick über die ausgetauschten Argumente bekommen. Mit einer ganz einfachen Aufforderung, kann er dies erreichen:

„Ich bitte jetzt jeden mit Drei Worten zu beschreiben, wo wir mit der Diskussion stehen!“ Jeder antwortet dann mit den Drei Worten, die ihm in den Sinn kommen. Nach einer solchen Runde entsteht schnell ein Stimmungsbild. Die muss natürlich dann interpretiert werden. Aber aus dem Stimmungsbild geht schnell hervor, ob die Gruppe der gleichen Meinung ist, große Unterschiede bestehen und was die wichtigsten Punkte sind.

Beispiel:

Wie haben jetzt 30 Minuten darüber diskutiert, ob wir die Konferenz durchführen sollen oder nicht. Ich bitte jetzt jeden drei Worte zu sagen, die seine Meinung zu diesem Thema ausdrücken.“

Otto: „Wichtig, teuer, aufwendig.“

Anna: „Wichtiger Mega Event“

Dirk: „Geschäftsleitung soll entscheiden“

Ina: „Zu kleines Budget“

Jörg: „Aufwendig aber wirksam“

Steffi: „Teuer aber notwendig“

Ende wird das Telefonat dann anstrengend und auch nicht verständlicher.

Machen Sie sich bemerkbar, wenn Sie nicht alles verstehen: Trotz exzellenter Mobilfunknetze ist der Empfang nicht an jedem Ort gleich gut. Störgeräusche und Unterbrechungen gehören beim Telefonieren mit dem Handy dazu. Verständigen Sic sich mit Ihrem Gesprächspartner auf das weitere Vorgehen, wenn Sie merken, dass die Verbindung schlechter wird. Wenn die Verbindung abreißt sollte der Anrufer die Wählen erneut übernehmen.

Telefonieren Sie im Auto nur mit Freisprechanlage: In Deutschland ist das Telefonieren mit dem Handy im Auto verboten, solange der Motor läuft. Deshalb telefonieren Sie nur mit einer Freisprechanlage aus dem Auto. Aber auch dann isst die Unfallgefahr noch groß. Beschränken Sie das telefonieren aus dem Auto auf unvermeidbare Fälle. Wenn Sie jemand anrufen, der mit dem Auto fährt, dann fassen Sie sich kurz oder bieten an, später anzurufen.

Mit dem Handy telefonieren – aber richtig!

Juli 5th, 2009

Handys haben die Welt verändert. Aber auch die Art und Weise wie wir richtig telefonieren. Vieles ist beim Handy anders als beim Festnetzanschluss. Nicht nur das wir immer und überall erreichbar sind und von jedem Ort aus telefonieren: Sei es vom ruhigen Büro bis zu einem belebten Platz. Damit das Telefonat mit dem Handy keine Quälerei für Ihr Gegenüber am anderen Ende der Leitung oder für die Mithörer in Umgebung wird, sollten sie einige Regeln beachten.

Und hier sind die wichtigsten davon:

Schalten Sie die Tastaturtöne aus, wenn Sie nicht alleine sind: Tastaturtöne sind eine Hilfe. Denn so bekommen Sie mit, dass auch jeder Tastendruck vom Telefon registriert wird. Jedoch für die Menschen in ihrer Umgebung ist jedoch nur ein störendes Gepiepse.

Sprechen Sie in angemessener Lautstärke: Wenn sie nicht gerade aus dem eigenen ruhigen Büro telefonieren, dann ist der Geräuschpegel in Ihrer Umgebung in der Regel sehr laut. Das führt dazu, dass auch Sie laut sprechen. Für das Gegenüber am anderen Ende wird das Telefonat dann anstrengend und auch nicht verständlicher.

Machen Sie sich bemerkbar, wenn Sie nicht alles verstehen: Trotz exzellenter Mobilfunknetze ist der Empfang nicht an jedem Ort gleich gut. Störgeräusche und Unterbrechungen gehören beim Telefonieren mit dem Handy dazu. Verständigen Sic sich mit Ihrem Gesprächspartner auf das weitere Vorgehen, wenn Sie merken, dass die Verbindung schlechter wird. Wenn die Verbindung abreißt sollte der Anrufer die Wählen erneut übernehmen.

Telefonieren Sie im Auto nur mit Freisprechanlage: In Deutschland ist das Telefonieren mit dem Handy im Auto verboten, solange der Motor läuft. Deshalb telefonieren Sie nur mit einer Freisprechanlage aus dem Auto. Aber auch dann isst die Unfallgefahr noch groß. Beschränken Sie das telefonieren aus dem Auto auf unvermeidbare Fälle. Wenn Sie jemand anrufen, der mit dem Auto fährt, dann fassen Sie sich kurz oder bieten an, später anzurufen.

Tipps für erfolgreiche Telefonkonferenzen

Juni 28th, 2009

Virtuellen Teams und Arbeiten an verteilten Standorten sind Gründe dafür, warum Telefonkonferenzen immer beliebter werden. Jedoch nicht immer bei den Teilnehmer. Viele empfinden, dass Telefonkonferenzen nicht effektiv sind, eine hohe Konzentration erfordern und ermüden. Dies muss jedoch nicht so sein. Telefonkonferenzen sind dann besonders anstrengend, wenn Teilnehmer diese in einer lauten Umgebung führen, nebenbei andere Dinge erledigen und die Konferenz nicht von einem Moderator geleitet wird.
Eine Telefonkonferenz ersetzt kein Präsenzmeeting. Jedoch mit den folgenden Tipps, machen Sie Ihre Telefonkonferenzen für alle Beteiligten effektiv und weniger anstrengend:

Seien Sie bei einer Telefonkonferenz pünktlich: Wenn sich die Teilnehmer bereits kurz vor der vereinbarten Zeit einwählen,  haben sie Zeit noch einen kurzen Small Talk führen. So entwickelt sich zwischen den Teilnehmern eine lockere Gesprächsatmosphäre. Das ist ideal, um wenig später konstruktiv über die beruflichen Angelegenheiten zu sprechen.

Vermeiden Sie Störgeräusche: Es ist besonders wichtig, dass die Konferenz störungsfrei abgehalten werden kann, damit sich die Gesprächsteilnehmer auf das Gesagte konzentrieren können und nicht abgelenkt werden. Schalten Sie die Anklopf-Funktion bei Ihrem Telefon aus und nutzen Sie die Stummtaste am eigenen Telefon, falls es Hintergrundgeräusche gibt. Auf keinen Fall telefonieren Sie mit Ihrem Händy von einem fahrenden Auto, auf Bahnhöfen oder anderen lauten Plätzen.

Nutzen Sie das Festnetz: Die beste Qualität erreichen Sie, wenn Sie den Telefonhörer des Festnetzanschlusses nutzen. Testen Sie die Lautsprecherfunktion Ihres Festnetzanschlusses, bevor Sie diesen nutzen. Vor allem schalten Sie die Lautsprechfunktion nur dann ein, wenn in Ihrem Büro keine Störgeräusche sind.

Sagen Sie Ihren Namen: Nicht immer lässt sich eine Stimme einer Person zuordnen. Sagen Sie deshalb Ihren Namen vor Ihrem Redebeitrag, wenn Sie vermuten, dass die Teilnehmer ihre Stimme nicht kennen.

Lassen Sie sich gegenseitig ausreden: Dies ist nicht nur ein Gebot der Höflichkeit. Wenn mehrere Personen gleichzeitig reden, entsteht ein nicht verständliches Stimmengewirr. Durch Disziplin steigt einerseits die Qualität und andererseits wird die Telefonkonferenz dadurch weniger anstrengend.

Bearbeiten Sie Themen lösungsorientiert: Wichtig ist, dass alle Teilnehmer versuchen den jeweils anderen zu verstehen. Schuldzuweisungen, unfaire Kritik oder Konflikte sollte Sie vermeiden.

Schreiben Sie mit: Dies hat zwei Funktionen: Einerseits haben Sie so ein persönliches Protokoll und andererseits können Sie sich besser auf das gesprochene Wort konzentrieren.

Sprechen Sie klar und deutlich: Deutliches Sprechen erleichtert die Verständigung. Deutlich sprechen Sie dann, wenn Sei kurze Sätze bilden, Wort gut betonen und weder zu leise noch zu laut sprechen.

Bereiten Sie sich vor: Legen Sie sich alle Unterlagen für die Telefonkonferenz zu Recht. Notieren Sie sich, welche Fragen Sie haben und welche Informationen Sie weitergeben wollen. So können Sie Ihre Redebeiträge schon zu Beginn der Konferenz anmelden.

Bereiten Sie die Konferenz nach: Übernehmen Sie alle Aufgaben, die Sie übernommen haben in ihren persönlichen Aufgabenplan. Diesen sollten Sie dann auch mit dem Protokoll abgleichen, dass Sie von der Telefonkonferenz erhalten.

Keine Präsentation ohne Diskussion

Juni 20th, 2009

Ich habe viele Präsentationen erlebt, die nie ein richtiges Ende fanden. Entweder die Zeit war zu knapp und der Referent brach seine Ausführungen mehr oder weniger ab. Oder – es war noch Zeit, aber keiner der Teilnehmer stelle eine wirklich sinnvolle Frage und die Diskussion plätschert dahin. Also was tun?

Der Einstieg in die Diskussion muss genau so geplant werden, wie die Präsentation selbst. Dazu können Sie die folgenden Möglichkeiten nutzen:
Formelle Eröffnung: Fordern Sie die Teilnehmer förmlich auf, Fragen zu stellen, Anmerkungen zu machen oder einen Diskussionsbeitrag zu leisten.

Offene Frage: Mit einer offen Frage laden Sie die Teilnehmer ein, Ihre Meinung zu äußern. Mit der Frage können Sie auch die Richtung der Diskussion bestimmen.

Provokante Frage: Mit einer provokanten Frage locken Sie die Teilnehmer zum Widerspruch heraus. Diesen können Sie wieder nutzen, um Ihre Argumente zu verdeutlichen. Abschlusschart: Visualisieren Sie auf dem Abschlusschart Ihre Aufforderung zur Diskussion.

Schweigen und ein fragender Blick in die Runde: Durch Schweigen fühlt sich jeder aufgefordert die Stille zu durchbrechen. Nutzen Sie diesen psychologischen Druck, um die Diskussion in Gang zu bringen.

Überzeugende Menschen überzeugen Menschen

Juni 7th, 2009

“Herr Anton hat aber einen großen Einfluss” so oder ähnlich äußern sich Menschen über andere Menschen, deren Fähigkeit Menschen zu beeinflussen sie bewundern. Dabei glauben sie daran, dass diese ein Naturtalent hätten. Die ist jedoch nur zum Teil richtig. Einfluss auf Menschen zu nehmen, dass kann man lernen.

Einfluss zu haben und auszuüben ist in Projekten eine wichtige Fähigkeit. Nur dann, wenn Sie als Projektleiter Einfluss auf Ihr Team und die Stakeholder haben, können Sie die Ziele des Projektes durchsetzen.

Hier sind einige Strategien, wie Sie Menschen gezielt beeinflussen können:

Vorteile betonen: Stellen Sie den Vorteil Ihrer Vorgehensweise oder Ihres Produktes in den Vordergrund, wie zum Beispiel in der folgenden Formulierung: “Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist…”

Vertrauen herstellen: Menschen glauben Ihnen mehr, wenn sie Ihnen Vertauen. Formulierungen mit denen Sie Vertrauen erzeugen können sind: “Meine Erfahrung ist…” oder Im letzen Projekt hat diese Vorgehensweise sehr gut funktioniert.”

Seinen Sie transparent in Ihren Aussagen: Sagen Sie, warum sie etwas vorschlagen oder fordern. Mit der folgenden Formulierung können Sie eine solche Aussage einleiten: “Meine Motivation ist…”

Benutzen Sie logische Argumente: Was logisch nachvollziehbar ist, ist glaubwürdig. “Die Zahlen belegen, dass…” Dies ist eine Formulierung, mit der Sie eine Behauptung nachvollziehbar machen.

Setzen Sie auf die Beziehung: Einfluss bekommen Sie nur, wenn Sie eine Beziehung zu Ihren Gegenüber haben. Gehen Sie deshalb wie in der folgenden Formulierung auf die Gefühle Ihres Gesprächspartners ein. “Ich verstehe Ihre Gefühle …”

Sprechen Sie Tatsachen klar aus: Je klarer Sie in Ihren Aussagen sind, desto nachhaltiger betonen Sie Ihren Standpunkt. Eine Formulierung hierfür ist: Für dieses Problem gibt es nur diese Lösung!”

Eröffnen Sie Perspektiven: Wenn es Ihnen gelingt, Menschen für eine Sache zu begeistern, haben Sie deren Einfluss gewonnen. Ein Mittel hierzu sind Visionen: “Meine Vision ist…”

Zeigen Sie Selbstbewusstsein: Menschen folgen gerne starken Menschen und Stärke zeigen Sie durch Selbstbewusstsein, wie durch die folgende Formulierung: “Ich habe nicht den geringsten Zweifel an…”

Seinen Sie optimistisch: Optimisten folgt man gerne. Sie geben Sicherheit und strahlen Erfolg aus. Drücken Sie Ihren Optimismus deutlich aus: “Ich bin absolut sicher, dass…” 

Paul Watzlawick: “Man kann nicht nicht kommunizieren.”

Mai 21st, 2009

“Man kann nicht nicht kommunizieren.” Ist wohl der bekannteste Satz von Paul Watzlawick. Es ist das erste seine fünf Axiome über Menschliche Kommunikation mit denen er die Kommunikationstheorie revolutionierte. Der Grundstein für ein neues Verständnis in der zwischenmenschlichen Kommunikation war gelegt.

Paul Watzlawick, geboren am 25. Juli 1921 in Villach/Kärnten, Österreich und erst kürzlich, am 31. März 2007, in Palo Alto, Kalifornien verstorben, war ein Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Soziologe, Autor und Philosoph. Er studierte Philologie und Philosophie an der Universität Venedig. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung in Psychotherapie am C.-G.-Jung-Institut in Zürich. Über San Salvador, wo er den Lehrstuhl für Psychotherapie bis 1960 inne hatte, kam er ins kalifornische Palo Alto. Die praktischen Erfahrungen, die Watzlawick zur Formulierung seiner Kommunikationstheorie veranlassten, gewann er bei der Erforschung der Kommunikation schizophrener Patienten.In Deutschland wurde der aus Österreich stammende Soziologe auch durch seine populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Kommunikationstheorie und über den radikalen Konstruktivismus bekannt. Er lebte und arbeitete in seiner Wahlheimat Kalifornien.

Eines seiner bekanntesten Bücher trägt den Titel “Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. Hier entwickelte er seine Kommunikationstheorie. Es ist ein Klassiker der Kommunikationspsychologie! Hier werden, auf fundierter systemtheoretischer Grundlage, fünf Axiome der menschlichen Kommunikation entwickelt, erläutert und in ihren praktischen Auswirkungen besprochen.

Die fünf Axiome sind:
In einer sozialen Situation kann man nicht nicht kommunizieren.
Sobald zwei Personen sich gegenseitig wahrnehmen können, kommunizieren sie miteinander. Da Verhalten kein Gegenteil hat, man sich also nicht nicht verhalten kann, ist es auch unmöglich, nicht zu kommunizieren.
Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei Letzterer den Ersteren bestimmt.
Jede Kommunikation enthält über die reine Sachinformation (Inhaltsaspekt) hinaus einen Hinweis, wie der Sender seine Botschaft verstanden haben will und wie er seine Beziehung zum Empfänger sieht (Beziehungsaspekt).
Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktionen der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.
Kommunikation verläuft vielmehr kreisförmig. Niemand kann genau angeben, wer beispielsweise bei einem Streit wirklich “angefangen hat”. Anfänge werden nur subjektiv gesetzt als sogenannte “Interpunktionen”.
Menschliche Kommunikation ist digital und analog. Nicht nur das gesprochene Wort (in der Regel digitale Kommunikation), sondern auch die nonverbalen Äußerungen (z. B. Lächeln, Wegblicken,…) teilen etwas mit.
Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär.
Eine symmetrische Beziehungsform meint, dass die Beziehung Ungleichheiten vermindern will (Streben nach Gleichheit). Bei komplementären Beziehungen ist die Grundlage die Unterschiedlichkeit der Partner, einer ist primär, der andere sekundär.
.
Weiter Informationen finden Sie in der Wikepedia

Besprechung wie in alten Zeiten?

Mai 17th, 2009

Die Besprechung beginnt mit einer förmlichen Eröffnung, die der Leiter zu einer ausgiebigen Selbstdarstellung nutzt. Dabei gibt er mehr oder weniger deutlich vor, welche Ergebnisse er erwartet. Angepasst Karrieristen stimmen ihm lebhaft zu und Bedenken werden lediglich indirekt formuliert. Die Besprechung endet dann mit den vom Besprechungsleiter vorgegebenen Beschlüssen oder notfalls mit mehr oder weniger fragwürdigen falschen Kompromissen.

Das war gestern. Heute sollten Besprechungen anders aussehen!

Sie sind nicht mehr Ausdruck einer Hierarchie, welche die Besprechungsteilnehmer lediglich als Statisten benötigt, sondern ein Arbeitsform, in der unterschiedliche Sichtweisen zur Lösung von Fragen, Problemen und zur Ideenfindung genutzt werden.

  • Eine neue effiziente Besprechungskultur erkennen Sie an den folgenden Merkmalen:
  • Der Besprechungsleiter gibt von der ersten Minute an die Besprechungsstruktur vor. Ergebnisse werden visualisiert.
  • Moderationstechniken werden genutzt, um die Teilnehmer zu aktivieren.
  • Kleingruppen werden gebildet, um Details zu besprechen.
  • Ein Feedback am Ende der Besprechung ist ein Muss.
  • Und wenn der Besprechungsleiter ein Mal zu stark vom Thema betroffen ist, übernimmt ein allparteiischer Moderator die Leitung.

Zeitdiebe in Besprechungen

Mai 2nd, 2009

Die Besprechung ist zu Ende und nur ein Teil der Themen ist besprochen. Die Zeit ist davon gelaufen oder hat sie vielleicht jemand gestohlen? Ja, auch in Besprechungen gibt es Diebe – Zeitdiebe.

Dies ist natürlich im übertragenen Sinne gemeint. Es sind Personen oder das Verhalten von Personen, das die wertvolle Besprechungszeit in Anspruch nimmt, ohne dass dadurch ein Ergebnis erzielt würde. Hartmut Laufer, Leiter des MENSOR Instituts für Managemententwicklung in Berlin, identifizierte die Selbstdarstellung von Besprechungsteilnehmern als einen der größten Zeitdiebe. Aus Videoaufzeichnungen hat er ermittelt, dass bis zu 80% der Besprechungszeit für die Selbstdarstellung der Teilnehmer verwendet wurden.

Hier ist eine Liste weiterer Zeitdiebe und wie Sie sich vor Ihnen schützen können:

  • Abgeschlossener Besprechungsraum: Vorbeugen: Schlüssel vor der Besprechung besorgen
  • Sitzgelegenheiten für alle Teilnehmer fehlen: Vorbeugen: Vor der Besprechung klären, ob der Raum genügend Sitzgelegenheiten hat.  
  • Teilnehmer finden den Raum nicht: Vorbeugen: Genaue Raumangabe mit Anfahrtsskizze in der Einladung.
  • Teilnehmer kommen zu spät. Gegenwehr: Besprechung pünktlich beginnen.
  • Medien funktionieren nicht. Vorbeugen: Medien vor der Besprechung prüfen und ggf. Austauschgeräte besorgen oder bereithalten.
  • Teilnehmer verhalten sich zurückhaltend, weil sie nicht wissen, um was es geht. Vorbeugen: Besprechungsziel in der Einladung benennen und Agenda versenden.
  • Themenabweichungen: Vorbeugen: Besprechungsregeln aufstellen. Gegenwehr: Teilnehmer auf das Thema hinweisen.
  • Weitschweifige Äußerungen der Teilnehmer. Vorbeugen: Agenda mit Zeitangaben für jeden Besprechungspunkt. Gegenwehr: Auf die zur Verfügung stehende Zeit hinweisen.
  • Unnötige Wiederholungen. Vorbeugen: Ergebnisse sichtbar protokollieren. Gegenwehr: Auf das bereits erarbeitete Ergebnis hinweisen.
  • Selbstdarstellungen der Teilnehmer. Gegenwehr: Bezug zum Thema einfordern.
  • Teilnehmer werden von anderen Teilnehmern unterbrochen. Vorbeugen: Besprechungsregeln, Teilnehmermeldungen einführen.
  • Angriffe von anderen Teilnehmern. Gegenwehr: Gründe des Konfliktes erfragen.
  • Nebengespräche. Gegenwehr: Behinderung durch die Nebengespräche ansprechen Teilnehmer machen andere Aufgaben. Gegenwehr: Teilnehmer direkt darauf ansprechen.
  • Zu große Zahl von Teilnehmer. Vorbeugen: Anzahl der Teilnehmer auf ein Minimum begrenzen.
  • Störende Handys: Vorbeugen: Abschalten der Handys vereinbaren. Teilnehmer sind überfordert. Vorbeugen: Gut strukturierte und vorbereitete Themenbearbeitung.
  • Unwichtige Einzelheiten werden lang und breit diskutiert. Gegenwehr: Ziel der Themenbearbeitung benennen und Diskussion auf den Kern fokussieren.
  • Teilnehmer sind zerstritten. Gegenwehr: Entscheidungsprozess systematisieren. Diskussion zieht sich in die Länge. Gegenwehr: Beschlussfassung einfordern.

				

Feedbackkultur im Job

April 26th, 2009

“Feedback is food for champions” lautet eine bekannte Weisheit. Aber Arbeitsgruppen und Teams haben nur dann eine Chance zur Weiterentwicklung, wenn es eine Feedbackkultur gibt. Wird Feedback als lästige Pflicht oder gar als gegenseitiges Kritisieren empfunden verkehrt sich die positive Seite eines Feedback in ihr Gegenteil. Jeder der ein Feedback bekommt geht schon in eine Abwehrhaltung bevor das Feedback geäußert wurde.

Die folgenden Fragen helfen jedem, der eine Arbeitsgruppe oder ein Team leitet, eine klare Vorstellung von der Feedbackkultur  zu entwickeln.

Warum will ich im Projekt eine Feedbackkultur entwickeln? Sollen damit die Arbeitstechniken oder auch das Verhalten der Menschen verändert werden.

Wie oft soll Feedback gegeben werden? Soll Feedback regelmäßig nach jedem Meeting gegeben werden oder nur dann, wenn man merkt, dass es Probleme gibt.

Wer darf Wem ein Feedback geben? Ist es erwünscht, dass sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe oder die Teammitglieder untereinander Feedback geben.

Wie soll Feedback gegeben werden? Die Art und Weise wie ein Feedback gegeben wird bestimmt, was der Feedbacknehmer vom Feedback erwarten kann. Ist das Feedback ein Rat und eine Hinweise Dinge besser zu machen oder ist das Feedback ein Hinweis, die den Feedbacknehmer zum Überdenken seines Handelns anregen will.

Wo darf Feedback gegeben werden? Darf Feedback immer und überall gegeben werden oder ist es eine eher “intime” Angelegenheit zwischen Feedbackgeber und Feedbacknehmer?

Sollen ein Arbeitsgruppen- oder Teamfeedback etabliert werden? Wie vertraulich müssen die Beteiligten dabei mit den Inhalten des Feedbacks umgehen?