Archive for Mai, 2009

Paul Watzlawick: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Donnerstag, Mai 21st, 2009

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Ist wohl der bekannteste Satz von Paul Watzlawick. Es ist das erste seine fünf Axiome über Menschliche Kommunikation mit denen er die Kommunikationstheorie revolutionierte. Der Grundstein für ein neues Verständnis in der zwischenmenschlichen Kommunikation war gelegt.

Paul Watzlawick, geboren am 25. Juli 1921 in Villach/Kärnten, Österreich und erst kürzlich, am 31. März 2007, in Palo Alto, Kalifornien verstorben, war ein Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Soziologe, Autor und Philosoph. Er studierte Philologie und Philosophie an der Universität Venedig. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung in Psychotherapie am C.-G.-Jung-Institut in Zürich. Über San Salvador, wo er den Lehrstuhl für Psychotherapie bis 1960 inne hatte, kam er ins kalifornische Palo Alto. Die praktischen Erfahrungen, die Watzlawick zur Formulierung seiner Kommunikationstheorie veranlassten, gewann er bei der Erforschung der Kommunikation schizophrener Patienten.In Deutschland wurde der aus Österreich stammende Soziologe auch durch seine populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Kommunikationstheorie und über den radikalen Konstruktivismus bekannt. Er lebte und arbeitete in seiner Wahlheimat Kalifornien.

Eines seiner bekanntesten Bücher trägt den Titel „Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. Hier entwickelte er seine Kommunikationstheorie. Es ist ein Klassiker der Kommunikationspsychologie! Hier werden, auf fundierter systemtheoretischer Grundlage, fünf Axiome der menschlichen Kommunikation entwickelt, erläutert und in ihren praktischen Auswirkungen besprochen.

Die fünf Axiome sind:
In einer sozialen Situation kann man nicht nicht kommunizieren.
Sobald zwei Personen sich gegenseitig wahrnehmen können, kommunizieren sie miteinander. Da Verhalten kein Gegenteil hat, man sich also nicht nicht verhalten kann, ist es auch unmöglich, nicht zu kommunizieren.
Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei Letzterer den Ersteren bestimmt.
Jede Kommunikation enthält über die reine Sachinformation (Inhaltsaspekt) hinaus einen Hinweis, wie der Sender seine Botschaft verstanden haben will und wie er seine Beziehung zum Empfänger sieht (Beziehungsaspekt).
Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktionen der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.
Kommunikation verläuft vielmehr kreisförmig. Niemand kann genau angeben, wer beispielsweise bei einem Streit wirklich „angefangen hat“. Anfänge werden nur subjektiv gesetzt als sogenannte „Interpunktionen“.
Menschliche Kommunikation ist digital und analog. Nicht nur das gesprochene Wort (in der Regel digitale Kommunikation), sondern auch die nonverbalen Äußerungen (z. B. Lächeln, Wegblicken,…) teilen etwas mit.
Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär.
Eine symmetrische Beziehungsform meint, dass die Beziehung Ungleichheiten vermindern will (Streben nach Gleichheit). Bei komplementären Beziehungen ist die Grundlage die Unterschiedlichkeit der Partner, einer ist primär, der andere sekundär.
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Weiter Informationen finden Sie in der Wikepedia

Besprechung wie in alten Zeiten?

Sonntag, Mai 17th, 2009

Die Besprechung beginnt mit einer förmlichen Eröffnung, die der Leiter zu einer ausgiebigen Selbstdarstellung nutzt. Dabei gibt er mehr oder weniger deutlich vor, welche Ergebnisse er erwartet. Angepasst Karrieristen stimmen ihm lebhaft zu und Bedenken werden lediglich indirekt formuliert. Die Besprechung endet dann mit den vom Besprechungsleiter vorgegebenen Beschlüssen oder notfalls mit mehr oder weniger fragwürdigen falschen Kompromissen.

Das war gestern. Heute sollten Besprechungen anders aussehen!

Sie sind nicht mehr Ausdruck einer Hierarchie, welche die Besprechungsteilnehmer lediglich als Statisten benötigt, sondern ein Arbeitsform, in der unterschiedliche Sichtweisen zur Lösung von Fragen, Problemen und zur Ideenfindung genutzt werden.

  • Eine neue effiziente Besprechungskultur erkennen Sie an den folgenden Merkmalen:
  • Der Besprechungsleiter gibt von der ersten Minute an die Besprechungsstruktur vor. Ergebnisse werden visualisiert.
  • Moderationstechniken werden genutzt, um die Teilnehmer zu aktivieren.
  • Kleingruppen werden gebildet, um Details zu besprechen.
  • Ein Feedback am Ende der Besprechung ist ein Muss.
  • Und wenn der Besprechungsleiter ein Mal zu stark vom Thema betroffen ist, übernimmt ein allparteiischer Moderator die Leitung.

Zeitdiebe in Besprechungen

Samstag, Mai 2nd, 2009

Die Besprechung ist zu Ende und nur ein Teil der Themen ist besprochen. Die Zeit ist davon gelaufen oder hat sie vielleicht jemand gestohlen? Ja, auch in Besprechungen gibt es Diebe – Zeitdiebe.

Dies ist natürlich im übertragenen Sinne gemeint. Es sind Personen oder das Verhalten von Personen, das die wertvolle Besprechungszeit in Anspruch nimmt, ohne dass dadurch ein Ergebnis erzielt würde. Hartmut Laufer, Leiter des MENSOR Instituts für Managemententwicklung in Berlin, identifizierte die Selbstdarstellung von Besprechungsteilnehmern als einen der größten Zeitdiebe. Aus Videoaufzeichnungen hat er ermittelt, dass bis zu 80% der Besprechungszeit für die Selbstdarstellung der Teilnehmer verwendet wurden.

Hier ist eine Liste weiterer Zeitdiebe und wie Sie sich vor Ihnen schützen können:

  • Abgeschlossener Besprechungsraum: Vorbeugen: Schlüssel vor der Besprechung besorgen
  • Sitzgelegenheiten für alle Teilnehmer fehlen: Vorbeugen: Vor der Besprechung klären, ob der Raum genügend Sitzgelegenheiten hat.  
  • Teilnehmer finden den Raum nicht: Vorbeugen: Genaue Raumangabe mit Anfahrtsskizze in der Einladung.
  • Teilnehmer kommen zu spät. Gegenwehr: Besprechung pünktlich beginnen.
  • Medien funktionieren nicht. Vorbeugen: Medien vor der Besprechung prüfen und ggf. Austauschgeräte besorgen oder bereithalten.
  • Teilnehmer verhalten sich zurückhaltend, weil sie nicht wissen, um was es geht. Vorbeugen: Besprechungsziel in der Einladung benennen und Agenda versenden.
  • Themenabweichungen: Vorbeugen: Besprechungsregeln aufstellen. Gegenwehr: Teilnehmer auf das Thema hinweisen.
  • Weitschweifige Äußerungen der Teilnehmer. Vorbeugen: Agenda mit Zeitangaben für jeden Besprechungspunkt. Gegenwehr: Auf die zur Verfügung stehende Zeit hinweisen.
  • Unnötige Wiederholungen. Vorbeugen: Ergebnisse sichtbar protokollieren. Gegenwehr: Auf das bereits erarbeitete Ergebnis hinweisen.
  • Selbstdarstellungen der Teilnehmer. Gegenwehr: Bezug zum Thema einfordern.
  • Teilnehmer werden von anderen Teilnehmern unterbrochen. Vorbeugen: Besprechungsregeln, Teilnehmermeldungen einführen.
  • Angriffe von anderen Teilnehmern. Gegenwehr: Gründe des Konfliktes erfragen.
  • Nebengespräche. Gegenwehr: Behinderung durch die Nebengespräche ansprechen Teilnehmer machen andere Aufgaben. Gegenwehr: Teilnehmer direkt darauf ansprechen.
  • Zu große Zahl von Teilnehmer. Vorbeugen: Anzahl der Teilnehmer auf ein Minimum begrenzen.
  • Störende Handys: Vorbeugen: Abschalten der Handys vereinbaren. Teilnehmer sind überfordert. Vorbeugen: Gut strukturierte und vorbereitete Themenbearbeitung.
  • Unwichtige Einzelheiten werden lang und breit diskutiert. Gegenwehr: Ziel der Themenbearbeitung benennen und Diskussion auf den Kern fokussieren.
  • Teilnehmer sind zerstritten. Gegenwehr: Entscheidungsprozess systematisieren. Diskussion zieht sich in die Länge. Gegenwehr: Beschlussfassung einfordern.